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Gedanke | Über das Meer


Über das Meer kann ich nicht mehr literarisch schreiben, denn gegen meine Heimat kann ich nicht als Kronzeuge auftreten. Gegen den Wohnort, ein Zuhause lässt sich trefflich argumentieren, aber Heimat ist, was sie sein soll.

In der Heimat ruht der Mensch, dort ist er aufgehoben, dort lebt und atmet er, dort gibt es keinen Urlaub vom Nichts, dort kann er sein, ohne es denken zu müssen.

All das bedeutet das Meer für mich.

Über meine Heimat zu schreiben, ist mir nicht mehr möglich. Ich muss über die Heimatlosigkeit unserer Zeit schreiben, über die Vertreibung aus der Freiheit, den Verlust aller geographischen, sozialen und politisch-ökonomischen Utopien, die es in einer Heimat nicht braucht, weil die Heimat kein Entwurf einer Utopie ist, sondern ihre Verwirklichung.

eingestellt am: 3.9.2018 | zuletzt aktualisiert: 3.9.2018
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