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Gedanke | Dead Man


Ein toter Mann, der noch nicht wirklich tot ist, vielleicht weil er ein Buchhalter ist.
Ein Indianer, der ihm nicht nur das Leben erklärt, sondern ihm auch den Weg in die ewigen Jagdgründe weist, vielleicht weil er irgendwo an der Ostküste zur Schule ging. Böse Männer, die die nicht gar so bösen jagen, vielleicht weil ihnen einfach langweilig ist.
Alles da, was ein Western braucht.
Und dennoch ist das, was uns Jim Jarmus in Dead Man serviert mehr als nur ein Western. Der Film war vielleicht gerade deshalb in Europa so erfolgreich, weil er uns in einer Zeit, da eine neue Esoterikwelle über uns hinwegfegt, zeigt, was aus uns geworden ist. Verwirrte, heimatlose, nach den letzten Dingen suchende Buchhalter. Und was kann einen Buchhalter am Ende schon groß erwarten?
Das Nirwana.
Die ewigen Jagdgründe.
Den Himmel.
Jim Jarmus gibt uns keinen Rat. Er zeigt uns durch einen Western hindurch das Zerrbild unserer eigenen elenden Existenz, aus der es kein Entkommen gibt. Keine Sehnsucht mehr für die Menschen - außer die gottlose Gläubigkeit.
Und doch siegt das Gute, auch wenn alle am Ende sterben müssen.


eingestellt am: 24.5.2017 | zuletzt aktualisiert: 24.5.2017
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