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Gedanke | Bachmann Werkkritik


neugier und interesse die sie in diesen saal geführt haben glaube ich zu kennen. sie entspringen dem verlangen über die dinge etwas zu hören die uns beschäftigen also urteile meinungen verhandlungen über gegenstände die uns an sich in ihrem vorhandensein genügen müßten. also etwas schwächeres denn alles was über werke gesagt wird ist schwächer als die werke. das gilt meine ich auch für die höchsten erzeugnisse der kritik und [von] dem was von zeit zu zeit grundsätzlich und grundlegend gesagt werden wollte und immer wieder gesagt werden will.

ich bin mir nicht sicher ob diese behauptung von ingeborg bachmann in ihrer absolutheit haltbar ist. dieser gedanke würde gelten wenn ich von unterschiedlichen sphären des schreibens ausginge. gelten würde die behauptung wenn schreiben sich teilen ließe in ein schreiben über realitäten und ein schreiben über wirklichkeiten. dass unsere gesellschaft eine solche unterteilung trifft steht für mich ausser zweifel. ob es aber sinn macht schreiben in ein schreiben über verarbeitete realitäten und in ein schreiben die dieses schreiben analysiert und interpretiert zu unterteilen – vage ich zu bezweifeln. die gesellschaft bewertet das werk höher als die aussage über ein werk. dabei verhält sich das werk zur welt wie die werkanalyse zum werk. für die werkanalyse ist das werk die welt. und auch hier müsste gelten was bachmann sagt:

alles was über eine werkanalyse gesagt wird ist schwächer als die werkanalyse selbst.

eingestellt am: 15.6.2017 | zuletzt aktualisiert: 15.6.2017
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