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Zeittafel

1962 Raimund Kremlicka wird am 21.3. in Mödling[1] als drittes Kind[2] von Elfriede [*20.1.1935] und Robert [*31.12.1933][3] geboren.
1968 Entritt Volksschule, in eine ausschließlich von Knaben besuchte Klasse[8], in der Bendagasse in Wien Mauer.[4]
1972 Eintritt in die Hauptschule (A-Zug) in der Bendagasse in Wien Mauer.[5]
1973 Nach einem Jahr Wechsel in die Integrierte Gesamtschule in die Steinergasse in Wien Atzgersdorf.[6]
1976 Nach einer Aufnahmsprüfung in Mathematik eintritt in das BROG (naturwissenschaftliches Realgymnasium) in der Anton-Krieger-Gasse in Wien Liesing.[7]
1979 Wiederholung der 7. Klasse aufgrund von negativer Beurteilungen in Deutsch und Latein.[9]
Beginn der schriftstellerischen Tätigkeit mit dem ersten Tagebucheintrag.
1981 Erste Versuche in der Lyrik.
1981 Mündliche Reifeprüfung am 12.6.1981.
Im Herbst Beginn eines Lehramtsstudiums an der Universität Wien, in den Fächern Geschichte und PPP (Psychologie, Philosophie, Pädagogik).
1982 1.10.1982-31.5.1983 Ableistung des Zivildienstes bei der Österreichischen Post am Südbahnhof in der Paketumleitung.
1983 Studienwechsel. Abbruch des Lehramtsstudiums und Fortsetzung eines Diplomstudiums aus Geschichte und Fächerkombination (Frauengeschichte, Geschichte Lateinamerikas, nordamerikanische Ethnologie.)
1991 Sponsion am 15.10.1991. Diplomarbeit zum Thema Peronismus.
Beginn eines Doktorratsstudiums der Geschichte. Thema: Marie Langer. Eine Biographie.
1993 Promotion am 28.10.1993.


[1] Das Krankenhaus in Mödling wird erzählt, wäre leichter erreichbar gewesen, als jenes in Lainz, im 13. Wiener Gemeindebezirk. Meine Mutter erzählte von meiner Geburt, dass meine Schwester auf der Fahrt ins Krankenhaus bemüht war, ihren Bauch vor den anderen Passagieren zu schützen. Meine Schwester wurde später Kindergärtnerin. [zurück]
[2] Die Geschwister Robert [*12.9.1955], Brigitte [*8.7.1958] und Martin [*4.3.1968] [zurück]
[3] Alle weiteren Verzweigungen des Stammbaumes werden, soweit sie von Relevanz sind, in weiteren Kommentaren genannt.[zurück]
[4] Der Schulweg führte täglich am Haus von Günther Anders in der Dreiständegasse vorbei.[zurück]
[5] Erzählt wird die Geschichte, dass ich eine Schüler für den B-Zug gewesen wäre und meine Mutter die Volksschullehrerin, Frau Hilde Ecker, bekniet habe, mich in den A-Zug zu schicken. Oft habe ich mir gedacht was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich im B-Zug gelandet wäre, wie mein Leben verlaufen wäre. B-Zug bedeutete damals in den siebziger Jahren für die meisten den Endpunkt ihrer Bildungskarrieren. Ich denke, heute wäre ich Tischler, aber damit endet auch schon meine Vorstellungskraft. Tischler wäre jener Beruf gewesen, den ich gewählt hätte, wenn ich mit fünfzehn Jahren nicht beschlossen hätte, Lehrer zu werden.[zurück]
[6] Integrierte Gesamtschule (IGS) wurde der seit 1971 eingeführte Gesamtschulversuch genannt, in denen Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in drei Leistungsgruppen unterrichtet wurden. Wie es zugegangen ist, dass ich mit einigen anderen Schülern ausgewählt wurde in die IGS Steinergasse zu wechseln, weiß ich nicht mehr, aber es hatte weitreichende Konsequenzen für meinen weiteren schulischen Lebensweg. Mein Schulweg verlägerte sich und ich konnte ihn nicht mehr zu Fuß zurücklegen. Ich kam in eine Klasse, in der ein vollkommen anderes Klassenklima herrschte. In meiner Erinnerung ging es rau und gewalttätig zu. Eine lange Zeit folgte, in der ich mich sehr ängstigte. [zurück]
[7] Die Möglichkeit meine Bildungskarriere nach der Hauptschule fortzusetzen, verdanke ich meinem Mathematiklehrer Leo Schmidt, der mir zwar mit den Worten Raimund ich kann dir dieses Semester nicht mehr als ein Befriedigend geben den Umstieg erschwerte, aber im Gegenzug mit mir im Sommer für die Aufnahmeprüfung lernte. Ich radelte dafür im Sommer bis nach Wiener Neudorf. Meinem Klassenlehrer in der IGS verdanke ich wohl auch den Entschluss Lehrer werden zu wollen. Er war, wie man heute sagt, mein role model. Ich hatte immer schon den Hang, mich mit unkonventionellen Menschen zu umgeben. (Vielleicht weil ich selbst sehr konventionelles Leben geführt habe.) Seine unbefangene Art uns als Schüler ernst zu nehmen und uns dabei als Menschen zu respektieren, hatte eine weitreichende Wirkung auf mich. [zurück]
[8] In vielerlei Hinsicht war meine Bildungskarriere von Übergängen geprägt. In Bezug auf die Volksschule waren wir die letzte Klasse, die ohne Koedukation geführt worden waren. Vier Jahre in einer KLasse zu vebringen, die nur von Knaben besucht wurde, geführt von einer Lehrerin war sicherlich nicht ohne Auswirkungen auf meinen späteren Lebensweg und meine Beziehungen zu Frauen geblieben.[zurück]
[9] Meine schulischen Leistungen ließen immer schon schwer zu wünschen übrig. Meine gesamte Schulzeit über hielt ich mich selbst auf Grund meiner schlechten Noten für mäßig intelligent und vor allem wegen meiner Leistungen in den Sprachen für sprachlich unbegabt. Wenn meine Klassenlehrerin, Dr. Rotraut Franz, wissen würde, dass ich Schriftsteller, Verleger und Deutschlehrer geworden bin, sie würde es, denke ich, als Wunder betrachten. [zurück]


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