20.200.807:1.916 Zum Archiv

Ich möchte Geschichten erzählen, die der Mitte der Welt entspringen. Geschichten von Menschen mit Schicksalen. Mit Orten. Heimaten. Zeitläufen. Ich streune durchs Netz auf der Suche nach leibhaftigen Erzählungen, nach berührenden Geschichten, die mir zeigen, wie man schreiben muss, um Menschen zum Leben zu erwecken.

Die Geschichten, die von mir auf den Weg gebracht werden, wirken auf mich beim Wiederlesen nicht nur fremd, sondern auch unzureichend, manchmal ein Anfang, meist im Beginnen schon ein Enden. Die Zeit als erzählerisches Mittel ist verloren und man muss sie auch nicht mehr suchen, denke ich. Und Orte sind doch nur geographische Fiktionen. Aber wenn es keine Zeit mehr gibt und keinen Raum, wenn nichts mehr vorüberstreicht und sich nichts mehr bewegt und nichts mehr festhalten lässt, wie soll man dann noch eine Geschichte erzählen.

Wenn der Raum sich in Fiktion auflöst, weil der eine Ort vom anderen nicht einmal mehr durch eine Millisekunde getrennt ist, nur einen Mausklick weit entfernt, wie wir heute sagen und die Zeit so relativ ist wie das Leben selbst, wie kann einer da noch Geschichten aus einer Mitte erzählen, die längst verloren ist. Einer bürgerlichen Mitte, mit bürgerlichen Individuen, die emotional erkaltet sind und deren Leben einer zombiehaften Totenstarre gleichen.

Was macht ein bildungsbürgerlicher Roman noch für einen Sinn, in einer Welt, in der das Bildungsbürgertum sich als Subjekt einer radikalen Gesellschaftsveränderung aufgegeben hat. Wenn meine Überlegungen aber nicht vollkommen weltfremd verschroben und aus der Zeit gefallen sind, dann kann der Schriftsteller heute nur noch erzählen, wenn er Zeiten und Räume nicht mehr als historische, also geschichtliche Zusammenhänge denkt, sondern als Projektionsflächen, um darauf die Einsamkeit und die Verlorenheit des bürgerlichen Individuums sichtbar zu machen.


20.200.806:1.846 Zum Archiv

Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, sprach in Gedanken auf Ö1 folgenden Satz: Wir [die Salzburger Festspiele] freuen uns mit, über diesen wirtschaftlichen Beweis, dass Kunst uns aus der Krise führen kann.

Hier liegen wohl zwei Missverständnisse vor. Das erste scheint mir zu sein, dass die Begriffe Kunst und Kultur verwechselt in falschen Kontexten gebraucht werden. Die Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt. Während die Salzburger Festspiele eine Organisationsplattform bieten, die Kunst präsentiert. Kunst ist also nur eine Form von kultureller Leistung, wie eben auch das Organisieren von Kunst eine solche ist. Aber Kunst und Kultur sind nicht dasselbe und wenn eine Kultur versucht ihre Kunst für Herrschaftszwecke zu instrumentalisieren, dann müssen die Produzent*innen eben dieser Kunst über das normale Maß hinaus wachsam sein.

Festzuhalten ist, dass Kulturorganisationen und Künstler*innen im Kapitalismus eine Symbiose eingegangen sind, weil das eine ohne das andere nicht mehr existieren kann, wenn die Künstler*innen und ihre künstlerischen Produkte sichtbar werden sollen. Diese Sichtbarkeit ist für Künstler*innen nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale Notwendigkeit, wie Ingeborg Bachmann in ihren Frankfurter Vorlesungen schreibt: Sicher ist, daß nicht zur Literatur gezählt zu werden oder eiens Tages nicht mehr dazu gezählt zu werden, für den Schriftsteller eine schreckliche Vorstellung ist, daß es einem Todesurteil gleichkommt. Was für die Literatur gilt, gilt für alle anderen Formen künstlersicher Produktion. Doch im Gegensatz zu Künstler*innen, welche die Kulturorganisationen für ihr ökonomisches und soziales Überleben brauchen, benutzen die Kulturorganisationen und ihre Präsident*nnen, Besitzer*innen und Förder*innen, die Kunst nicht nur um ihr wirtschaftliches Überleben und ihren Profit zu sichern, sondern eben auch dazu, sich im Licht der Künstler*innen zu sonnen.

Nebenbei ist noch festzuhalten, dass die Kulturinstitutionen sich nicht nur des sozialen Kapitals der Künstler*innen bedienen, sondern auch durch ihre Einladungspolitik dazu beitragen, die Hochkultur von der Subkultur zu trennen und was noch viel schwerer wiegt, das künstlerische Proletariat auszugrenzen, von dem was sie als künstlerische Mitte oder vielleicht auch den künstlerischen Olymp bezeichnen. In den großen Festivals verfestigen sich die herrschenden Verhältnisse auf dem Kunstmarkt, durch die ungerechte Verteilung der eingesetzten Mittel und die ungleich verteilte mediale Aufmerksamkeit und dies alles unter dem Deckmantel die Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die unheilige Allianz von Festspielen, Tourismus, Kapitalinteressen der Förder*innen und Staatssubventionen bringt ein Kunst- und Kulturverständnis hervor, das nicht die Kunst und ihre künstlerischen Prozesse im Blick hat, sondern lediglich die Möglichkeit diese zu vermarkten und den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Geldgeber*innen zu unterwerfen.

Das zweite grundlegende Missverständnis, das sich in der Aussage von Rabl-Stadler verbirgt, ist jenes, dass Kunst uns aus der Krise führen kann. Nichts kann uns aus der Krise führen, als die Vernunft der Menschen und ein Wirtschaftssystem, das jeden Menschen in gleichem Maße in den Blick nimmt, mit seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen. Zu behaupten, dass die Kunst uns einen Weg aus der Krise weisen könnte, überhöht nicht nur die Möglichkeiten der Kunst und ihrer Produzent*innen, sondern verschleiert, dass die Kunst einzig dazu dient, den wirtschaftlichen Motor eines kapitalistischen Systems in Gang zu bringen, das mittlerweile alle Lebensbereiche erfasst hat. Und was die Präsidentin nicht sagt: Die wirtschaftlich potenten Kulturfestivals ignorieren nicht nur mit den Auftritten der etablierten und herrschaftslegitimierenden Künstler*innen die künstlerischen Ränder und Peripherien, sondern machen sie gleichsam unsichtbar und grenzen sie aus dem medialen und damit öffentlichen Kunstdiskurs aus.

Kurz gesagt: Die Künstler*innen und Kulturvermittler*innen der gesellschaftlichen Mitte sind systemstabilisierend, und damit sind sie dann am erfolgreichsten, wenn sie diese Systemsabilisierung in ihren Produktionsformen mitdenken und im Auge des kulturellen Hurrikans zur Diskussion stellen, ohne die Events selbst, deren Kunstknechte und Kunstmägde sie sind, radikal mit ihren künstlerischen Äußerungen in Frage zu stellen und im Zweifelsfalle intellektuell und künstlerisch zu sprengen.

Kunst und ihre Vermittlungsformen sind an ihr bürgerlich-aufgeklärtes Ende gekommen, weil sie dazu beitragen den kapitalistischen Markt und seinen Willen zur Herrschaft in all seinen Formen zu stärken und nicht dazu beitragen, ihn radikal in Frage zu stellen und letztlich zu zerstören.


20.200.805:1.043 Zum Archiv

Was sich beim Archivieren meiner Texte zeigt, ist die Vorstellung, dass ich ein Werk geschaffen habe. Auch wenn das seltsam klingt, wenn es derjenige sagt, der es hervorgebracht hat. In der Gesamtheit aller Schriften, manifestiert mein Archiv mein Werk. Im Duden findet man als eine der angebotenen Definitionen für den Begriff Werk folgende Beschreibung: Gesamtheit dessen, was jemand in schöpferischer Arbeit hervorgebracht hat.

Ein Grund dieses, mein Werk sichtbar zu machen, liegt wohl in dem Bedürfnis, es für die Nachwelt zu retten. Und nun hör ich schon das Geheul derjenigen, die von Kleingläubigkeit zerfressen sind und denen es am nötigen Größenwahn fehlt, um in die Geschichte einzugehen: Was für eine Überheblichkeit, dass die Nachwelt ihm Bedeutung zuschreiben wird. Was hebt denn sein Werk heraus, dass er es für würdig hält, es der Nachwelt zu erhalten? Was ist daran so bedeutend, dass es für sie sichtbar werden soll?

Denen, würde ich antworten, nichts hebt es hervor. Es gibt keinen Grund, mein Werk zu sichern, außer meinem eigenen Wunsch für mich selbst in meiner Gesamtheit sichtbar zu werden, mich dem Schmerz auszusetzen, der darin liegt, sich dem, was man denkt, immer nur schreibend annähern kann. Gleichzeitig möchte ich mir auch versichern, dass es eben doch eine Entwicklung gibt, die sichtbar zu Tage tritt, wenn man sich mit seinem Scheitern konfrontiert, denn jeder neue Text ist ein Scheitern. Erst im unausgesetzten Schreiben, das sich von Tag zu Tag müht, Stunde um Stunde um ein angemessenes Wort ringt, zeigt sich ein Gelingen. Kein schriftstellerisches Gelingen, sondern ein denkerisches, denn die Schrift ist ja nichts weiter als die Sichtbarmachung des Denkens, seine Materialisierung. Mit Schrift stellen wir unser Denken zur Disposition. Und im Archivieren der Schrift stelle ich das Scheitern und Gelingen meines Denkens zur Verfügung, zur freien Verwendung, liefere ich es aus.

Warum? Weil ich es kann. Und weil es ein Werk nur geben kann, wenn das Werk sichtbar zu Tage tritt. Und niemand wird dieses Werk zu Tage treten lassen, wenn ich es nicht sichtbar mache, denn ich hoffe, niemand hat sich je der Illusion hingegeben, dass Schreiben eine Tätigkeit ist, die nicht unmittelbar der Kommunikation mit der Welt dient. Mein Schreiben hat sich immer schon der Welt zugewandt und die Publikation meines Archives dient dem gleichen Zweck.

Genug der Rechtfertigungen: Letztlich entspringt mein Wunsch mein Schreiben in seiner Gesamheit sichtbar zu machen, dem Glaube, der schon vor vierzig Jahren, am Beginn meines Schreibprozesses in mir unzerstörbar war und ohne den ich wahrscheinlich nie eine Zeile geschrieben hätte, der Glaube, dass was ich schreibe, mehr ist als Selbstbespiegelung, sondern über meine Existenz hinausweist, in eine Welt hinein, die durch Sprache veränderbar und gestaltbar ist.


20.200.804:1.438 Zum Archiv

Habe begonnen, meinen Nachlass zu digitalisieren. Es ist seltsam seinen frühen Texten wieder zu begegnen. Beschlossen ist auch, einen Schritt weiter zu gehen und alle Materialien in meiner [Kommentarseite] zu publizieren.

Das wirft zumindest eine Frage auf: Warum unterziehe ich mich diesem inhaltlich und emotional so qualvollen Vorgang? Das Wiederlesen von Texten ist ja kein Vergnügen. Es ist eine andauernde Auseinandersetzung mit meinem Scheitern. Aber der Wissenschaftler in mir kann oder besser will nicht anders. So wie ich für mich als Schriftsteller das Forschungsubjekt bin, bin ich für den Archivar das Forschungsobjekt. Der Germanist und der Historiker in mir interessieren sich dafür, wie aus dem Schüler Kremlicka der Autor Bahr geworden ist. Was seine biographischen, denkerischen und sprachlichen Konstanten sind, denn im Grunde hat man spätestens mit seinem dreißigsten Jahr die wichtigsten Erfahrungen im Leben gemacht, ab dann beginnt man diese Erfahrungen zu wiederholen oder in ihrer Wiederholung neu zu bewerten. Was wir Entwicklung nennen, ist ja nichts weiter als die Variation kindlicher und adoleszenter Erfahrungen.

In diesem Sinne ist es eine spannende Reise in die Vergangenheit, um herauszufinden, wie variantenreich meine Erfahrungen denn gewesen sind. Schon die Überschriften meiner ersten Gedichte zeigen, wohin die Reise in inhaltlicher Hisicht gehen würde: [Zwischen Leben und Sterben], [Herbst], [Leben], [Furcht], [Gott], [Freundschaft], [Gegenwart], [68-er], [Glaube], [Vernichtung].

Auch die Formen meines Schreibens waren in ihren Grundmunstern bereits vorhanden: Lyrik, Epik, Tagebücher, Notizen. Was meinen Texten noch fehlte, war eine literarische Form, eine Sprache, die meinem Denken gewachsen war. Und wenn es in meinem Leben irgendeine Form von Entwicklung gegeben haben mag, dann war es eine sprachliche.

Das ist auch eine meiner grundlegenden Erkenntnisse aus dem Archivierungsprozess, dass die sprachliche Entwicklung eines Menschen, die einzige Garantie dafür ist, dass er sich auch in seinem Verhältnis zur Welt und damit zu anderen Menschen weiterentwickelt, bis er eine Variante seiner selbst gefunden hat, die er akzeptieren und so mit der ihm aufgezwungenen Existenz Frieden schließen kann.


20.200.803:0.725 Zum Archiv

Gerüche. Geräusche. Alles weist zurück in die Kindheit. Ein Bach. Ein Misthaufen. Die Art und Weise wie die Vögel singen. Das Rauschen der Blätter. Der Gesang des Windes. Die stillen Wasser eines Teiches. Es gibt eben nur eine Kindheit. Nur einen Wald. Nur eine Wiese. Nur eine Hügelkette. Alles andere ist Abgesang. Nichts schmeckt wie der Tau an den Blättern der ersten Tage. Die Verlorenheit auf Waldlichtungen. Das späte Abendlicht. Einsame Spaziergänge. Sehnsucht die schmerzt. Alles mit allem verbunden und über allem der Duft kommender Verheißungen.


20.200.802:0.654 Zum Archiv

Es ist noch ein Stück Widerstand in mir. Ein wenig Rebellion gegen alles, was man gemeinhin Leben nennt. Das eigene Absterben ist eine Kunst, die gelernt sein will.


20.200.801:0.926 Zum Archiv

Bei der Abschaffung des Privateigentums stellen sich mehrere zentrale Fragen: Wer schafft es ab und wo wird es abgeschafft. Zu Zeiten von Marx, Engels und Lenin oder auch Ernesto Che Guevaras verfügten die Gesellschaften, in denen die Revolutionäre lebten, über revolutonäre Elitetruppen, die in intellektuellen Handstreichen und mit Hilfe des Rückhalts in Teilen der Bevölkerung eine solche Abschaffung in ihren Nationastaaten durchführen konnten. Auch damals gelang es ja nur zum Teil und das zeigt, wie schwierig es eben ist, die Abschaffung des Privateigentums durchzusetzen und in ein geordnetes System einer gerechten Umverteilung des gesellschaftlichen Vermögens überzuführen.

Wer wäre denn heute in der Lage, derartige Vorgaben zu machen? Ein einzelner Politiker? Ein einzelner Staat? Die Reichen selbst? Elon Musk? Jeff Bezos? Bill Gates, the Godfather of Charity? Sollten wir es tun? Wir Bürger*innen? Könnten wir es denn? Fehlt es uns nicht schlichtweg an Macht, wie manche sagen?

Nein, denn wir sind die vielen, die Vermögenden die wenigen. Wir nehmen die Macht für uns nicht in Anspruch, weil wir die Verantwortung scheuen. Nach den zahllosen gescheiterten bürgerlichen Gesellschaftsexperimenten, haben wir uns entschieden, das schmutzige Geschäft der Staatsführung, den Politikern zu überlassen, um selbstgerecht und moralisch unbefleckt deren Entscheidungen von der Zuschauerbank aus zu kritisieren. Wir hocken in unseren Einfamilienhäusern, wir die bürgerliche Mitte, und sehen voll Verachtung auf jene hinab, die sich in der Mühsal der Täler damit quälen den Kapitalismus zur Erhaltung unserer bescheidenen Ländereien in Gang zu halten. Doch der Motor unseres Staatswesens schottert. Und nun sind wir in heller Aufregung. Wir laufen kopflos durch die Gegend und rufen nach dem starken Staat. Nach Sicherheit. Und bunkern uns ein in unseren Wolkenkuckucksheimen. Verwandeln uns in noch größere Realitätsverweigerer als wir ohnehin schon sind und halten an unseren liebgewonnen Eigentumsverhältnissen fest. An unseren Häusern, unseren Autos, unseren Löhnen, unseren Frauen und Männern.

Ich bin abgeschweift. Aber wie schon Sinowatz der nachkreiskysche Prinzregent gesagt haben soll: Es ist eben alles so kompliziert. Also zurück zum Thema: Selbst wenn wir das Privateigentum abschaffen könnten, wenn wir diesen gesellschaflichen Kraftakt wirklich stemmen könnten: Was dann? Wem fällt das Eigentum zu? Dem Staat? Doch wer ist der Staat? Der Staat wird gebildet aus der Summe aller seiner an ihm beteiligten Bewohner*innen. Nun ja, wir sind der Staat. Jeder und jede von uns. Doch wenn wir die Verantwortung für dieses Staatswesen verweigern, weil wir die Machtausübung scheuen, wer sollte denn dann das von uns allen erwirtschaftete Vermögen verwalten und verteilen?

Die Abschaffung des Privateigentums, so wünschenswert es wäre, wirft zahllose Fragen in einer global vernetzten und freiheitlich denkenden Gesellschaft auf, denn im Zentrum dieser Abschaffung steht ein Begriff, den wir alle scheuen wie der Teufel das Weihwasser: Verzicht. Und wenn wir als konsumkapitalistische Gesellschaft eine Sache nicht gelernt haben, dann ist es Verzicht zu üben. Wie schwer uns das fällt, können wir derzeit beobachten: Wir sind kaum in der Lage ein Jahr auf jede Form von Urlaub oder auf unsere liebgewonnen Wochenendlandpartien zu verzichten. Wer dort lebt, wo ich lebe, weiß wovon ich spreche. Wie Attila und seine Hunnenkrieger überfallen sie tageweise die Berge und Täler und Seen und verwüsten sie mit ihrem Hunger nach Freiheit und Glück.

Wir lieben unser kleines Stück Freiheit, unser weniges Privateigentum, unsere tausend Qaudratmeter große Scholle mehr als den Gewinn, den wir aus dem Verzicht darauf ziehen könnten. Ja sicher, wir müssten mehr Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen, unseren Mitmenschen den gleichen Wohlstand zugestehen wie uns selbst und uns damit um eine gleichberechtigte Verteilung aller erwirtschafteten Güter in unseren Gesellschaften bemühen. Den Preis, den wir zahlen müssten, ist der Verlust unserer gewohnten Lebensweise, der Gewinn, den wir allerdings im Gegenzug einstreifen könnten, wäre eine Freiheit, die sich aus dem kollektiven Bewusstsein speisen würde, dass jeder und jede von uns wahrhafig nur frei sein kann, durch die Freiheit der anderen.


[20.2007] [literaturgeschichten]