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Gedanke | Von der Gültigkeit der Welt


immer wieder passiert mir das wovon peter weiss berichtet wenn er schreibt: manchmal wenn er [der schreibende] sich darauf besinnt was er eigentlich vorhat wollen ihm die wörter entgleiten und er muss sich jedes wort einzeln heraufsuchen und erobern um es einzugliedern in seine sprache. die sprache scheint ihm als etwas unmögliches das nur aus trotz gegen diese unmöglichkeit entstehen kann. unter jedem wort das er in seiner schrift festzuhalten vermag liegen die anfangsgründe des wortes es liegt ein stammeln und lallen in jedem wort und tiefer darunter noch sind unartikulierte geräusche herauszuhören ein zungenschlagen ein lippenklappern und in der machtlosigkeit ist der schrei und dann nur noch die stille. diese stille empfinde ich mit zunehmender schreibdauer immer öfter. die stille schnürt mir manchmal die kehle zu wenn die welt mich besonders eindringlich fordert und auffordert und auf alles hinweist was ungeschrieben daliegt. brach liegt in den furchen der unbeackerten böden die aufgerissen sind vom Handwerk der maulwürfe und feldmäuse. ich ersticke dann fast an meinem eigenen schrei der mir im halse stecken bleibt. mein stammeln das sich aus der kehle würge lässt die menschen oft ratlos zurück. nur so ist überhaupt zu erklären warum ich nach all den jahren nun begonnen habe über das schreiben zu schreiben. es geht darum mir selbst noch einen rest von gültigkeit in der welt zu verschaffen.

eingestellt am: 21.10.2017 | zuletzt aktualisiert: 21.10.2017
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